Der Weg des Kaffees nach Europa
Vom arabischen Heilmittel zur Kaffeehaustradition
Nach und nach breitete sich der Kaffee als Heilmittel vor allem im arabischen Raum aus, doch erst Mitte des 15. Jahrhundert wurde in Arabien wirklich Kaffee getrunken. Ob noch als reine Medizin oder bereits als Genussmittel ist nicht bekannt. Zu dieser Zeit kam es auch zu der ersten Kultivierung der Kaffeepflanze. Überliefert ist, dass ein Scheich namens Gemaleddin die Pflanzen kultivierte und sie durch Reisende weiter über das Land verbreitet wurden. Seinen Siegeszug trat der Kaffee jedoch erst während der Zeit des Osmanischen Reiches an, über welches er bis nach Konstantinopel und das südliche Europa gelangte.
Mit zunehmender Beliebtheit des schwarzen Trankes bildete sich in Europa eine Kaffeehaustradition aus. Das erste Haus eröffnete 1645 in Venedig von wo aus sich diese Tradition und der damit verbundene Lebensstil schnell in Europa durchsetzte. In Deutschland eröffnete erst 1673 das erste Kaffeehaus in Bremen. Erst durch die Verbreitung der Kaffeehäuser wurde aus dem bitteren kräftigen Getränk ein wirkliches Genussmittel, hier erst wurde der Kaffee mit Milch und Zucker sowie Gewürzen verfeinert.
Da Kaffee zu dieser Zeit noch ein sehr teures Handelsgut war, konnten sich nur wenige, gut betuchte Bürger diesen Genuss leisten. Mit zunehmender Verbreitung des Kaffees sanken auch die Preise und der Kaffee wurde zu einem Volksgetränk. Der zunehmende Handel brachte jedoch auch eine zweite Folge mit sich: die Europäischen Länder witterten eine Einnahmequelle für ihre klammen Kassen und belegten den Kaffee mit zum Teil horrenden Einfuhrzöllen.
