Der Ausbreitung des Kaffees um die Welt
Ausdehnung des Handels und der Anbaugebiete
Erst Ende des 16. Jahrhunderts gelang es den Niederländern und Spaniern an das, von den Arabern streng gehütete, Geheimnis um den Anbau des Kaffees und in den Besitz von Kaffeepflanzen zu kommen. Sie bauten alsbald im großen Stil in ihren Kolonien Kaffeeplantagen auf, um die günstige Verfügbarkeit ihres geliebten Getränkes zu sichern.
Leider trieben sie hiermit auch die Sklaverei voran. In fast allen Anbaugebieten wurde die schwere Arbeit in den Plantagen durch schwarze Sklaven unter extrem schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen verrichtet.
Der Anbau und Handel des Kaffees war für die europäischen Länder äußerst lukrativ, zumal auch der nordamerikanische Kontinent inzwischen auf den Geschmack gekommen war. So weiteten die Holländer ihren Kaffeeanbau bis nach Südamerika aus, was ihnen die Spanier, Portugiesen und Franzosen schon bald gleich taten. Besonders intensiv wurde der Kaffeeanbau in Brasilien betrieben, das Land, das bis heute als das wichtigste Kaffeeland überhaupt angesehen wird. Auch durch das große
Kaffeeverbraucherland England wurde der Kaffee auf der Welt weiter verbreitet, da die Engländer den Kaffee nach Jamaika brachten und gleichzeitig die spanischen Jesuiten ihn wiederum auf den Philippinen, in Kuba, Guatemala, Puerto Rico und später auch Mexiko ausdehnten.
Die immer größer werdende Nachfrage machte den Kaffee zu einem wirtschaftlich sehr bedeutsamen Produkt, und so kam es, dass die private Einfuhr und der Handel durch Friedrich den Großen im Jahre 1766 verboten wurden. Eigentliches Ziel dieser Regulierungen war es, zu verhindern, dass zu viel Geld aus den eigenen Staatskassen in andere Länder abfließt und somit war nur noch der preußische Staat selbst in der Lage, mit Kaffee zu handeln und selbst das Rösten wurde wenige Zeit später untersagt.
In der Realität jedoch zogen diese Regulierungen in erster Linie große Probleme hinsichtlich des Schmuggels mit sich und so wurde das Verbot wieder abgeschafft und der Handel konnte sich weiter ausdehnen.
Auch Kaffeehäuser waren in immer mehr Ländern im 17. Jahrhundert zu finden und trugen dazu bei, dass sich die weltweite Ausdehnung des Kaffees weiterhin rasant vollzog.
Heutzutage ist der Kaffee das zweitwichtigste Handelsgut weltweit und ist als Volksgetränk anzusehen. In Deutschland ist der Kaffee mit einem jährlichen Konsum von durchschnittlich 165 Litern pro Person das meistgetrunkene Getränk. Doch auch beim Rest der Welt steht das braune Heißgetränk hoch im Kurs; so werden täglich eine Milliarde Tassen Kaffee getrunken.

