Porzellan
Je dicker desto besser
Der schönste Tee- oder Kaffeegenuss kann durch die Wahl der verkehrten Tasse gestört werden. Und das gilt nicht nur optisch! Aber worauf ist bei der Tassenwahl zu achten?
Der klassische Espresso mag es z.B. klein, denn weniger Oberfläche bedeutet: länger heiß. Die appetitliche Crèma verhindert, dass sich die Kaffeearomen zu schnell verflüchtigen. Die Cappuccino-Tasse sollte etwa 200 Milliliter fassen, weil die Tassengröße die Milchmenge bestimmt. Dem edlen Charakter des Tees dagegen wird eher feineres, dünnwandigeres Porzellan gerecht.
Entscheidend ist, dass die Tasse die Temperatur gut halten kann, denn nur heißer Kaffee oder Tee bringen den richtigen Genuss. Ausschlaggebend dafür ist das Material, erste Wahl ist hier Porzellan. Temperaturannahme und –abgabe sind bei diesem Material optimal.
Einige Tipps für die Wahl des richtigen Trinkgeschirrs:
- Sehr empfindlich ist Töpfergeschirr. Hier springen die Ecken sehr schnell ab.
- Steingutgeschirr ist etwas stabiler, aber immer noch leicht zerbrechlich. Es ist empfindlich gegenüber Schlag und Stoss. Wegen ihrer rauen und porösen Oberfläche verschmutzen angeschlagene Stellen stark. Das Geschirr ist nicht mikrowellentauglich, da Haarrisse drohen.
- Steinzeuggeschirr ist härter, deshalb weniger leicht zerbrechlich und auch leichter zu reinigen als Steingut. Außerdem ist es Backofen- und mikrowellentauglich.
- Größere Bedeutung als Steinzeug hat das beliebte Vitroporzellan. Es ist eine Art „Feinsteinzeug“. Seine Vorteile sind v.a. hohe Stabilität und hohe Alltagstauglichkeit wegen seiner festen Kanten.
- Die größte Stabilität hat Porzellan. Es ist sehr hart und wegen der äußert glatten Oberfläche verschmutzt es weniger; es ist gut zu spülen und verträgt Temperaturschwankungen hervorragend.
Die jüngere Geschichte des Porzellans in Europa beginnt durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus Anfang Oktober 1708 und führte zur Entstehung einer Vielzahl von Porzellanmanufakturen auch in Deutschland. Heute vereint Porzellan Tradition und Moderne: So ermöglichen neue Technologien die Herstellung von noch hochwertigerem Porzellan. Auch traditionelle Porzellanfabriken wie z.B. die Mitterteich AG setzt Trockenpress- und Spritzprägeverfahren ein. Dabei wird entweder mit Pressen Flachgeschirr aus Porzellanpulver trockengepresst oder plastilinartige Porzellanmasse in Metallformen eingespritzt und unter sehr hohem Druck ausgeformt. Nach dem Trocknen erhalten die Gegenstände den so genannten Glühbrand bei ca. 900 Grad für 18 bis 20 Stunden. Nach dem Verglühen erhält das Geschirr die Glasur, die dem Porzellan die zarte, glänzende Schönheit verleiht. Anschließend kann das fertige Porzellan dekoriert werden. Dies geschieht entweder mit Buntdruck – das sind bunte Abziehbilder – oder durch Handmalerei. Beim abschließenden Dekorbrand verbinden sich bei 800 Grad die Farben bzw. Gold- und Silberpigmente mit der Glasur.


