Hellier und Egerton überraschten die Gegner im Hansa-Preis

Wenn es im deutschen Galopprennsport einen Spezialisten für Big Points gibt, dann ist es der Kölner Jockey Terence Hellier. Sonntag war wieder einer seiner vielen Glanztage, denn in Hamburg, beim ersten Wochenende des BMW Derby Meetings, ritt er den Sieger in der bereits
110. Austragung des Idee-Hansa-Preises.

An gleicher Stelle hatte er im vergangenen Jahr mit Iota im Preis der Diana Start-Ziel den Ritt des Jahres hingelegt. Diesmal kam er aus dem Hinterfeld, und zwar mit dem durchaus überraschenden Sieger Egerton. Dahinter belegte der Schweizer Außenseiter Song Writer den zweiten Platz vor der dreijährigen Favoritin Nordtänzerin, für die sich Championjockey Filip Minarik eigens auf das zu tragende Gewicht von
50 Kilo heruntergehungert hatte. Vorjahressieger Simonas belegte immerhin Platz vier, während Donaldson, kürzlichüberraschender Gruppe I-Sieger in Düsseldorf, mit Platz sechs vorliebnehmen musste. All Spirit, Ende April auf weichem Boden Sieger im Gerling-Preis, endete sogar auf dem letzten Platz.

Am Sieger Egerton, einem Fünfjährigen, fällt auf, daß er sich erst vor acht Wochen in einem kleinen Rennen aus der Sieglosenklasse verabschieden konnte. Als Klassepferd erkannt war er trotzdem schon vor zwei Jahren. Für einen Paukenschlag sorgte er beim Großen Preis von Baden, in dem er hinter dem hochklassigen Sieger Warsan und vor dem heute weltbesten Gasbahngalopper Shirocco den zweiten Platz belegte. Einige Zeit später ereilte ihn eine Knochenverletzung am Bein, die sein Trainer Peter Rau (Warendorf) mit allergrößter Ruhe sorgfältig behandelte. Mit dem grandiosen Comeback von Egerton, der keinem der Großgestüte, sondern dem pensionierten Berufsschullehrer Götz Meyer zu Reckendorf aus Schwanewede bei Bremen gehört, lieferte Rau ein weiteres Meisterstück ab.

Etwas überrascht war trotzdem selbst der Trainer, der ebenso wie sein Stalljockey Torsten Mundry mehr mit Donaldson in diesem Rennen gerechnet hatte. Deshalb saß auch Mundry in dessen Sattel, während für Egerton Hellier verpflichtet wurde. Dieser hat wegen seines hohen "Kampfgewichts" von 57 Kilo heutzutage weniger Einsatzmöglichkeiten denn je, doch das Gewicht für Egerton betrug 58 Kilo.

Quelle: Hamburger Renn-Club e.V.

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