H2O-LALA

aus: Coffee-Kick Nr. 3/2002, S. 6

Tee- und Kaffeekenner achten nicht erst bei Blatt und Bohne auf Qualität, sondern schon beim Wasser. Denn nur, wenn die Wasserqualität stimmt, werden Tee und Kaffee zum wahren Genuss.

Gutes Kaffeewasser ist mineral- und sauerstoffreich. Der Sauerstoff ist erforderlich, um das Aroma im Wasser zu binden und zu verhindern, dass es in der Luft verpufft. Die Mineralien wiederum sind verantwortlich dafür, dass sich das Aroma überhaupt erst entwickeln kann. Eine wesentliche Rolle dabei spielt die Nichtcarbonhärte. Sie ist vorhanden, wenn Calcium und Magnesium an Mineralsäurereste, wie z.B. Cloridionen und Sulfationen gebunden sind.

Nicht so gern gesehen dagegen ist die Carbonhärte. Sie liegt vor, wenn die Härtebinder Calcium und Magnesium eine Liaison mit der Kohlensäure eingehen. Diese Verbindung ist nur flüchtig: Steigt die Wassertemperatur über 65 Grad Celsius, entweicht die Kohlensäure und es entsteht der sog. Kesselstein, der sich in der Kaffeemaschine festsetzt und dabei deren Leistung und Lebensdauer herabsetzt.

Auskunft über Härtegrad und sonstige Wasserbeschaffenheit gibt das Wasserwerk vor Ort. Das Trinkwasser ist in vielen Gegenden Deutschlands zu hart. Ein Härtegrad von 6,5 – 10 ist empfehlenswert, optimal für die Kaffeezubereitung ist ein pH-Wert von 7,0. Mit den richtigen Filtersystemen kann eine geeignete Mineralisierung des Wassers erreicht werden. Das lohnt sich – nicht nur geschmacklich, sondern auch, um die Kaffeemaschine vor dem gefürchteten Kesselstein zu schützen.

Stimmt die Wasserqualität, ist nur noch auf die richtige Temperatur zu achten. Brühtemperaturen um die 95 Grad Celsius sind optimal. Damit nicht zuviel vom Geschmacksträger Sauerstoff verloren geht, sollte das Wasser möglichst schnell erhitzt werden.